Erziehungskonzept

Stand: Februar 2020

1       Grundlegendes

 

Das vorliegende Erziehungskonzept ist das Ergebnis intensiver Beratungen und Absprachen innerhalb des schulischen Lehrpersonals und der Erzieher/innen des Betreuungsteams. Das Konzept dient als Grundlage für die erzieherische Arbeit an der KGS Röhrschule und sollte daher von allen beteiligten Erziehungspartner/innen befürwortet werden. Deshalb wurde das Konzept im Anschluss an die Erarbeitungsphase mit den Elternvertreter/innen beraten und beschlossen.

 

1.1      Motivation & Zielsetzung

„Ordnung ist die Verbindung des Vielen nach einer Regel.“
(Immanuel Kant)

 

In einem Schulsystem mit vielen verschiedenen Kindern und Erwachsenen benötigt man Regeln, um einen geregelten Tagesablauf zu ermöglichen. Diese Regeln müssen für alle Beteiligten nachvollziehbar und in ihrer Umsetzung einhaltbar sein. Wichtig ist, dass die Regeln von allen als verbindlich angesehen werden, damit sie Sicherheit geben und ihre Wirkung nicht verfehlen. So ist dieses Konzept die verbindliche Basis des Zusammenlebens aller an unserer Schule beteiligten Menschen: Kinder, Lehrpersonen, Betreuungspersonal und Eltern. Es soll als Ordnungssystem Sinn stiften, indem es eine ruhige Arbeitsatmosphäre schafft, Streitigkeiten verhindert oder gezielt löst und eine Struktur im Alltag aufzeigt.

 

Wichtig ist uns, dass die Regeln konkret auf das schulische Leben ausgerichtet sind und daran anknüpfen. Daher gibt es neben den übergreifenden Schulregeln die Regeln des Zusammenlebens, die den Schul- und Betreuungsalltag abbilden. Bei der Erarbeitung der erzieherischen Konsequenzen haben wir besonderen Wert darauf gelegt, dass die Konsequenzen transparent und nachvollziehbar sind. Dazu gehört auch, dass die Schulordnung und deren Konsequenzen mit den Schüler/innen besprochen werden und im Schulalltag einen festen Rahmen haben. Dies wollen wir zum einen über die Arbeit mit Monatsmottos erreichen und zum anderen durch das konsequente Bestehen auf die Einhaltung der Regeln, Konsequenzen und Verstärkungen. Die positiven Verstärker sind für  unsere pädagogische Arbeit eine wichtige Grundlage, da sie die Kinder motivieren und bestärken. 

2       Schulordnung

2.1      Übergreifende Schulregeln

Die übergreifenden Schulregeln bilden unsere pädagogischen Grundsätze ab. Sie gelten immer und überall. Daher werden diese Regeln zu Beginn des Schuljahres mit den Kindern im Klassenrat besprochen. Zudem hängen sie sowohl in allen Räumen der Schule als auch im Schulflur, damit sie für alle einsehbar sind.

 

1.    Ich behandele andere so, wie ich behandelt werden möchte.

 

2.    Ich halte die Stopp-Regel ein.

 

3.    Ich achte auf mich und nehme auf andere Rücksicht.

 

4.    Ich spreche in der Giraffensprache.

 

5.    Ich verhalte mich im Schulgebäude leise und ordentlich.

 

6.    Ich gehe im Schulgebäude.

 

7.    Ich halte Ordnung.

 

8.    Ich verhalte mich wie ein Toilettensuperheld.

 

9.    Ich verhalte mich umweltfreundlich.

 

10.  Ich bringe Spielzeug und Sammelkarten nur am Spielzeugtag mit.

 

2.1.1      Monatsmottos

Damit die Schüler/innen die Regeln im Alltag leben, müssen diese wiederholt werden. Daher wird im Laufe eines Schuljahres jede übergeordnete Schulregel jeweils im Morgenkreis als sogenanntes Monatsmotto näher in den Blick genommen, besprochen und danach im Schulalltag trainiert. Damit den Kindern deutlich wird, dass die Regeln auch während der Betreuungszeit gelten, werden die Monatsmottos zudem vor Beginn des Mittagessens mit den Kindern wiederholt und besprochen.

Folgende Aspekte werden mit den Schüler/innen zu den Monatsmottos besprochen[1]:

 

September: Ich behandele andere so, wie ich behandelt werden möchte.

-          Regel = Goldene Regel des Zusammenlebens

-          Streitschlichterverfahren nach dem Bensberger Modell

 

Oktober: Ich halte die Stopp-Regel ein.

-        Die „Stopp – Regel“: Jedes Kind, das sich gestört, geärgert, bedrängt, beleidigt oder bedroht fühlt, macht sich durch ein deutliches „STOPP – du!“ und die entsprechende Handbewegung deutlich. Er/Sie wendet sich ab und geht weg. Das andere Kind muss darauf reagieren, indem es das nicht gewünschte Verhalten unterlässt. Erfolgt diese Reaktion nicht, darf sich das Kind bei der zweiten Nichtbeachtung bei einer Lehrerkraft oder der/dem OGS – Mitarbeiter/in beschweren. Das beschuldigte Kind muss bis zum Ende der Pause neben der aufsichtführenden Lehrkraft bleiben und erhält die rote Karte. Die Maßnahme gilt für alle Kinder gleichermaßen, die auf die Stopp - Regel nicht reagiert haben. Darüber wird nicht diskutiert.

-           Sinnhaftigkeit der Regel

-          Einüben des Stopp-Satzes mit dem dazugehörigen Zeichen

 

November: Ich achte auf mich und nehme auf andere Rücksicht.

-          Petzen verboten! à Unterschied zwischen Petzen und Hilfe holen

-          Abwarten, bis man dran ist

-          Verhalten auf Spielgeräten

 

Dezember: Ich spreche in der Giraffensprache.

-          Unterschied Giraffensprache (freundlich) – Wolfsprache (grob)

 

Januar: Ich verhalte mich im Schulgebäude leise und vernünftig.

-          das Schulgebäude ist kein Spielplatz

-          lautes Gebrüll und andere Geräusche stören andere Klassen/ Gruppen

-          Lautstärke macht krank

 

Februar: Ich gehe im Schulgebäude.

-          rechts gehen, damit alle Platz haben

-          nicht rennen à Verletzungen und Chaos vermeiden

 

März: Ich verhalte mich wie ein Toilettensuperheld.

-          Toilettensuperheld-Karte besprechen.

 

April: Ich halte Ordnung.

-          Dienste einhalten

-          Räume so verlassen, wie man sie vorgefunden hat

-          Stuhl heranschieben, wenn man den Platz verlässt

-          Etui liegt geschlossen auf dem Etui-Parkplatz

-          keine Gegenstände durch das Treppenhaus bzw. Schulgebäude werfen

-          Fußmatte nutzen, um Dreck von den Schuhen zu treten

-          Mützen, Kappen, Schals in den Tornister

 

Mai: Ich verhalte mich umweltfreundlich.

-          Pflanzen/ Beete schonen

-          Wasser sparen

-          Mülltrennung

-          Verpackungsmüll Frühstück

 

Juni: Ich bringe Spielzeug und Sammelkarten nur am Spielzeugtag mit.

-          Spielzeug und Sammelkarten lenken vom Lernen ab

-          Spielzeugtage als Verstärker

 

In jeder Klasse sowie in den Betreuungsräumen befindet sich ein Ordner, in dem die zu besprechenden Inhalte inklusive Unterrichtsmaterialien zu den Monatsmottos abgeheftet sind.

 

2.2     Regeln des Zusammenlebens

Die Regeln des Zusammenlebens beziehen sich auf den Schulalltag und werden mit den Schüler*innen im Klassenrat zu Beginn jedes Schuljahres besprochen. Zudem hängen sie in den Klassen- und Gruppenräumen. Die Schüler*innen verinnerlichen diese Regeln durch die tägliche Erinnerung und Beachtung, sodass sie selbstverständlich werden.

 

2.2.1      Regeln in der Unterrichtszeit

Vor dem Unterricht

-          Ich komme pünktlich zur Schule.

-          Ich verabschiede mich spätestens am Schulhoftor bzw. am Kindergarten von meinen Eltern.

-          Ich fülle meine Trinkflasche auf.

-          Beim Spielen laufe ich nur bis zur Sonne.

-          Beim Klingeln stelle ich mich auf.

-          Ich betrete das Schulgebäude, wenn die Aufsicht es sagt und gehe direkt zu meinem Klassenraum.

-          Beim zweiten Klingeln sitze ich ruhig an meinem Platz.

 

Während des Unterrichts

Die Klassenlehrer*innen erarbeiten gemeinsam mit den Schüler*innen Klassenregeln, die während der Unterrichtszeit gelten. Diese Regeln sind auf die jeweilige Klasse abgestimmt und Teil der Schulordnung.

 

Unterrichtsgänge (außerschulische Lernorte)

-          Ich stelle mich hintereinander am Tor auf.

-          Ich bleibe beim Laufen hinter meinem Vordermann.

Bei Busfahrten:

-          Ich stelle mich hintereinander an der Bustür auf.

-          Ich suche mir zügig einen Sitzplatz.

-          Ich sitze während der gesamten Fahrt auf meinem Platz.

 

In den Pausen

In der Bewegungspause

-          Ich gehe mit meiner Lehrerin in die Bewegungspause.

 

In der Hofpause

-          Wenn der Unterricht beendet wird, gehe ich direkt in die Pause.

-          Ich bleibe auf dem Schulgelände.

-          Ich schaukele zu den vereinbarten Zeiten.

-          An den Spielgeräten wechseln wir uns ab und nehmen Rücksicht.

-          Mit dem Ball spiele ich nur in der Arena zu den vereinbarten Zeiten.

-          Beim Klingeln stelle ich mich auf.

-          Ich klopfe meine Anziehsachen und Schuhe ab, bevor ich das Schulgebäude betrete.

 

In der Frühstückspause

-          Ich wasche meine Hände, bevor ich frühstücke.

-          Ich frühstücke an meinem Platz.

-          Ich esse mein eigenes Essen.

-          Ich achte auf ein gesundes Frühstück.

-          Ich frage nach, wenn ich meine Flasche auffüllen möchte.

-          Ich unterhalte mich mit meinen Tischnachbarn (20 cm Stimme).

-          Beim Signal räume ich meinen Platz auf.

 

In der Regenpause

-          Ich bleibe im Klassenraum und beschäftige mich ruhig.

 

Nach dem Unterricht

-          Ich packe meinen Tornister und achte darauf, dass meine Hausaufgaben eingepackt sind.

-          Ich stelle meinen Stuhl (und den Tornister) auf den Tisch.

-          Ich erledige meinen Dienst.

-          Die Kaltesser nehmen ihre Dosen mit.

-          Ich nehme alles vom Garderobenhaken mit, was ich morgens mitgebracht habe.

-          Die OGS Kinder treffen sich am Sammelpunkt.

-          Meine Hausaufgaben fertige ich regelmäßig und ordentlich an. Dazu gehören auch das Packen des Tornisters für den nächsten Tag und die Überprüfung des Etuis auf Vollständigkeit.

 

2.2.2   Regeln in der Betreuungszeit

In der Spielzeit

-          Ich stelle mich nach dem Unterricht ruhig am OGS-Treffpunkt auf.

-          Ich begrüße die Betreuer und wir gehen gemeinsam in unseren Gruppenraum oder auf das Außengelände.

-          Ich hänge meine Jacke an die Garderobe, die Straßenschuhe stelle ich ordentlich an ihren Platz und ziehe meine Hausschuhe an.

-          Ich spreche im Spieleraum in Giraffensprache und mit 20 cm Stimme.

-          Ich achte auf die Smileys in den Spielbereichen.

-          Ich gehe mit dem Spielmaterial ordentlich um.

-          Ich achte nach dem Spielen auf die Vollständigkeit der Materialien.

-          Ich räume auf, bevor ich die Spielsituation oder den Raum verlasse.

 

Im Außengelände

-          Ich wechsle mich an den Spielgeräten mit anderen Kindern ab.

-          Ich respektiere die vorgegebenen Spielzeiten im Außengelände. (Fußball, Schaukel)

-          Ich bringe die Spielmaterialien an ihren Platz zurück.

-          Ich klopfe meine Kleidung und Schuhe beim Verlassen des Sandkastens ab.

 

Beim Mittagessen

-          Ich wasche meine Hände mit Seife und verhalte mich wie ein Toilettensuperheld, bevor ich zum Mittagessen gehe.

-          Ich gehe pünktlich zum Essen, setze mich direkt auf meinen Platz und decke ihn ein.

-          Essenszeit ist Stillezeit!

-          Ich probiere das Mittagessen.

-          Nach dem Essen gehen wir gemeinsam zum Spielen.

 

In der HA-Betreuung

-          Ich gehe vor der Hausaufgabenzeit zur Toilette.

-          Ich gehe gemeinsam mit meiner Betreuerin zu den Hausaufgaben.

-          Ich setze mich an meinen Hausaufgabenplatz und lege mein Arbeitsmaterial auf den Tisch.

-          Ich beachte die Hausaufgabenregeln.

-          Ich räume meinen Platz auf und stelle meinen Tornister ordentlich in der Reihe auf.

 

In den Kursen

-          Ich weiß in welchem Kurs ich bin und gehe mit den benötigten Sachen zu dem Kursraum.

-          Ich kenne und halte mich an die Kursregeln.

-          Wir räumen gemeinsam auf und beenden den Kurs zusammen.

-      Nach dem Kurs hole ich meine Sachen und stelle mich an der Tür auf bis es klingelt.

3      Erzieherische Konsequenzen

3.1      Ampelsystem

In jedem Klassen- und Gruppenraum unserer Schule hängt eine Ampel mit den drei Farbstufen grün, gelb, orange und rot. An der Ampel sind Klammern mit den Namen der Schülerinnen und Schüler befestigt.

Grundsätzlich befinden sich alle Kinder zu Beginn der Unterrichts- bzw. Betreuungszeit auf grün. Zeigt ein Schüler oder eine Schülerin Verhaltensweisen, die im Widerspruch zur Schulordnung stehen, wird das Kind nach dem unten stehenden Stufenplan (3.1.1) auf der Ampel hochgesetzt. Die dahinterstehenden Konsequenzen sind sowohl den Kindern als auch den Eltern bekannt.

Die Schülerinnen und Schüler sollen jeden Tag eine neue Chance bekommen, sich an die Schulregeln zu halten. Daher beginnt das Ampelsystem jeden Tag für alle Kinder bei grün. Dies gilt auch zu Beginn der Spiel- und Hausaufgabenzeit.

 

3.1.1      Stufenplan

Der Stufenplan orientiert sich an dem Ampelsystem und zeigt stufenweise auf, welche Konsequenzen auf Regelverstöße folgen.

 

Stufe

Verhalten

Konsequenz

Stufe 1

1. Regelverstoß

freundliche Ermahnung

Erinnerung an die Regel(n)

Stufe 2

2. Regelverstoß (gelb)

nachdrückliche Ermahnung

Erinnerung an die Regel(n)

Stufe 3

3. Regelverstoß (orange)

orangener Reflexionsbogen à Ort, Zeitpunkt des Ausfüllens individuell bestimmbar

keine Unterschrift der Eltern notwendig

Stufe 4

4. Regelverstoß (rot)

roter Reflexionsbogen als Zusatzhausaufgabe

Unterschrift der Eltern notwendig

bei Nichtabgabe am Folgetag: Kind ruft selbst zu Hause an

Stufe 5

3 x rote Karte innerhalb eines Halbjahres

siehe Stufe 4

zusätzlich: Elterngespräch

Stufe 6

erzieherische Maßnahmen erfolglos

siehe Stufe 5

zusätzlich: schriftliche Missbilligung

SL entscheidet über Anwendung einer Ordnungsmaßnahme

 

Bei gravierenden Regelverstößen steht es der Lehrkraft frei, das Kind direkt auf orange oder rot zu setzen.

3.2      Maßnahmenkatalog

Nicht immer ist es sinnvoll, das Ampelsystem als Konsequenz zu nutzen. Vielmehr sollen die Konsequenzen direkt erfolgen und –wenn möglich- mit dem Regelverstoß in Verbindung stehen. Daher haben wir in dem folgenden Maßnahmenkatalog die Konsequenzen, die einer pädagogischen Intuition folgen, aufgelistet:

 

3.2.1      Maßnahmenkatalog während der Unterrichtszeit

 

Vor dem Unterricht

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich komme pünktlich zur Schule.

Die Zeit, die man zu spät kommt, nachholen.

Ich verabschiede mich spätestens am Schulhoftor bzw. am Kindergarten von meinen Eltern.

Gespräch mit den Eltern führen (Frühaufsicht)

Ich fülle meine Trinkflasche auf.

Eine leere Trinkflasche

Beim Spielen laufe ich nur bis zur Sonne.

Stufenplan

Beim Klingeln stelle ich mich auf.

Nochmal aufstellen

Ich betrete das Schulgebäude, wenn die Aufsicht es sagt und gehe direkt zu meinem Klassenraum.

Zurückschicken, Stufenplan

Beim zweiten Klingeln sitze ich ruhig an meinem Platz.

Stufenplan

 

Unterrichtsgänge (außerschulische Lernorte)

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich stelle mich hintereinander am Tor auf.

Kind nach hinten schicken, Hinweis

Ich bleibe beim Laufen hinter meinem Vordermann.

Stufenplan

Bei Busfahrten

 

Ich stelle mich hintereinander an der Bustür auf.

Kind nach hinten schicken, Stufenplan

Ich suche mir zügig einen Sitzplatz.

Sitzplatz für das Kind wählen

Ich sitze während der gesamten Fahrt auf meinem Platz.

Stufenplan

 

Während der Pausen

In der Bewegungspause

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich gehe mit meiner Lehrerin in die Bewegungspause.

--

 

In der Hofpause

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Wenn der Unterricht beendet wird, gehe ich direkt in die Pause.

Stufenplan

Ich bleibe auf dem Schulgelände.

Stufenplan

Ich schaukele zu den vereinbarten Zeiten.

Schaukelverbot

An den Spielgeräten wechseln wir uns ab und nehmen Rücksicht.

Verbot

Mit dem Ball spiele ich nur in der Arena zu den vereinbarten Zeiten.

Verbot, Pausenverbot

Beim Klingeln stelle ich mich auf.

Zurückschicken, Stufenplan

Ich klopfe meine Anziehsachen und Schuhe ab, bevor ich das Schulgebäude betrete.

Zurückschicken, Fegedienst

 

In der Frühstückspause

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich frühstücke an meinem Platz.

Stufenplan

Ich esse mein eigenes Essen.

Gespräch

Ich achte auf ein gesundes Frühstück.

Gespräch, evt. Elternnachricht

Ich frage nach, wenn ich meine Flasche auffüllen möchte.

 

Ich unterhalte mich mit meinen Tischnachbarn (20 cm Stimme).

Stufenplan

Beim Signal räume ich meinen Platz auf.

Stufenplan

 

In der Regenpause

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich bleibe im Klassenraum und beschäftige mich ruhig.

Stufenplan

 

Nach dem Unterricht

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich packe meinen Tornister.

Zurückholen

Ich stelle meinen Stuhl (und den Tornister) auf den Tisch.

Zurückholen, ggf andere Dienste übernehmen

Ich erledige meinen Dienst.

Zurückholen, erinnern

Die Kaltesser nehmen ihre Dosen mit.

Zurückholen, evt. gelb!

Ich nehme alles vom Garderobenhaken mit, was ich morgens mitgebracht habe.

Zurückholen, evt. gelb

Die OGS Kinder treffen sich am Sammelpunkt.

Bei Wiederholung gelb

Meine Hausaufgaben fertige ich regelmäßig und ordentlich an. Dazu gehören auch das Packen des Tornisters für den nächsten Tag und die Überprüfung des Etuis auf Vollständigkeit.

Nacharbeiten, Eintrag ins Heft


3.2.2 Maßnahmenkatalog während der Betreuungszeit

 

In der Spielzeit

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich stelle mich nach dem Unterricht ruhig am OGS-Treffpunkt auf.

Stufenplan, Kd. wird aus der Gruppe gezogen

Ich begrüße die Betreuer und wir gehen gemeinsam in unseren Gruppenraum oder auf das Außengelände.

Stufenplan

Ich hänge meine Jacke an die Garderobe, die Straßenschuhe stelle ich ordentlich an ihren Platz und ziehe meine Hausschuhe an.

Stufenplan, Ordnungsdienst

Ich spreche im Spieleraum in Giraffensprache und mit 20 cm Stimme.

Stufenplan

Ich achte auf die Smileys in den Spielbereichen.

Stufenplan, Verbot für den Spielbereich

Ich gehe mit dem Spielmaterial ordentlich um.

Stufenplan, Ordnungsdienst, Material ersetzen

Ich achte nach dem Spielen auf die Vollständigkeit der Materialien.

Stufenplan, Ordnungsdienst, Material ersetzen

Ich räume auf, bevor ich die Spielsituation oder den Raum verlasse.

Stufenplan, Ordnungsdienst, Raum als letzter verlassen

 

Im Außengelände

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich wechsle mich an den Spielgeräten mit anderen Kindern ab.

Verbot für das Spielgerät (auf bestimmte Zeit)

Ich respektiere die vorgegebenen Spielzeiten im Außengelände. (Fußball, Schaukel)

Verbot für das Spielgerät (auf bestimmte Zeit)

Ich bringe die Spielmaterialien an ihren Platz zurück.

Ordnungsdienst

Ich klopfe meine Kleidung und Schuhe beim Verlassen des Sandkastens ab.

Ordnungsdienst

 

Beim Mittagessen

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich wasche meine Hände mit Seife und verhalte mich wie ein Toilettensuperheld, bevor ich zum Mittagessen gehe.

Stufenplan, erneutes Schicken der Kinder, Ordnungsdienst

Ich gehe pünktlich zum Essen, setze mich direkt auf meinen Platz und decke ihn ein.

Stufenplan, Ausschluss aus der Essensgruppe (Küche)

Essenszeit ist Stillezeit!

Stufenplan

Ich probiere das Mittagessen.

Hinweis

Nach dem Essen gehen wir gemeinsam zum Spielen.

Stufenplan

 

In der Hausaufgabenzeit

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich gehe vor der Hausaufgabenzeit zur Toilette.

Erinnern

Ich gehe gemeinsam mit meiner Betreuerin zu den Hausaufgaben.

Stufenplan

Ich setze mich an meinen Hausaufgabenplatz und lege mein Arbeitsmaterial auf den Tisch.

Stufenplan

Ich beachte die Hausaufgabenregeln.

Stufenplan

Ich räume meinen Platz auf und stelle meinen Tornister ordentlich in der Reihe auf.

Stufenplan, Ordnungsdienst

 

 

In der Kurszeit

Regel

Konsequenz bei Nichteinhaltung

Ich weiß in welchem Kurs ich bin und gehe mit den benötigten Sachen zu dem Kursraum.

Erinnern

Ich kenne und halte mich an die Kursregeln.

Ausschluss vom Kurs

Wir räumen gemeinsam auf und beenden den Kurs zusammen.

Ordnungsdienst, letzter der den Raum verlässt

Nach dem Kurs hole ich meine Sachen und stelle mich an der Tür auf bis es klingelt.

Stufenplan

 

4       Ehrenkodex

Die Schülerinnen und Schüler kennen den sogenannten „Ehrenkodex“. Dieser besagt, dass bestimmte Verhaltensweisen auf das Strengste verboten sind und keinerlei Duldung erfahren. Zu den Verhaltensweisen gehören:

-          grundlose Gewalt

-          verbale/ körperliche Brutalität

-          bewusste Zerstörung

-          Diebstahl

In allen vier Fällen muss der Vorfall zweifelsfrei einem Schüler oder einer Schülerin zugeordnet werden können.

Bei einem Verstoß gegen den Ehrenkodex erhalten die Kinder direkt die rote Karte und müssen zudem ihre Eltern anrufen, um sich abholen zu lassen. Eine schriftliche Missbilligung bzw. eine Ordnungsmaßnahme folgt durch die Schulleitung.

5       Positive Verstärkung

Unser Ziel ist es, positive Verhaltensweisen zu verstärken. Im Folgenden findet sich eine Auswahl an Verstärkern. Jede Klassenlehrkraft entscheidet individuelle, welche Verstärkersysteme für die eigene Klasse sinnvoll sind.

 

Schaukelzeit

Am Freitag bestimmt die Klassenlehrkraft zwei Kinder der Klasse, die an diesem Tag schaukeln dürfen. Es sollte den anderen Kindern der Klasse begründet werden, welche positiven Verhaltensweisen dazu geführt haben, dass diese beiden Kinder gewählt wurden.

 

Warme Dusche

Positives Verhalten der Schüler*innen wird in den Vordergrund gestellt.

Die Kinder stehen im Kreis und das Kind, um welches es geht, steht in der Mitte. Die anderen sagen der Reihe nach positive Dinge: „Ich mag an dir,...“, „Heute hast du ohne Streit mit mir gespielt.“ usw.

 

Zeitkonto

Für stilles Arbeiten erhalten die Kinder Minuten auf ihrem Zeitkonto gutgeschrieben. Sobald sie 45 Minuten gesammelt haben, dürfen sie diese als Belohnungsstunde einsetzen, z.B. für Sport, Lesen, Spiele, o.ä. Die Art der Belohnungsstunde sollte vorab abgesprochen sein. Auch muss überlegt werden, ob verdiente Minuten abgezogen werden können, wenn beispielsweise Zeit durch unerwünschtes, lautes,... Verhalten "verschwendet" wird. Das Zeitkonto kann über Tage/Wochen fortgeführt werden.

 

Belohnungssystem "Sterne sammeln" (aufwendiger)

Für positives Verhalten erhalten die Kinder Sterne. Einmal verdiente Sterne können nicht durch unerwünschtes Verhalten verloren gehen. Fokus liegt also auf dem positiven Verhalten.

 

Lobkärtchen

Auf der Seite „Zaubereinmaleins“ finden sich viele verschiedene Lobkärtchen.

6       Kommunikation & Verbindlichkeit

6.1      Pädagogisches Schulpersonal

In jedem Klassenraum befindet sich ein Mitteilungsheft, dass das pädagogische Schulpersonal (Lehrer/innen, Erzieher/innen, Sozialpädagogen usw.) zum Austausch untereinander nutzt. Zudem nutzen die Erzieher/innen die Ampel in den Klassenräumen für Regelverstöße während der Hausaufgabenzeit. So kann die Lehrkraft am nächsten Tag sehen, welche Kinder sich während der Hausaufgaben nicht an die Regeln gehalten hat.

Kommt es in der Pause zu „orangenen“ oder „roten“ Regelverstößen, informiert die aufsichtführende Lehrkraft die Klassenlehrerin direkt im Anschluss an die Pause über das Fehlverhalten der einzelnen Kinder.

6.2      Schüler*innen

Zu Beginn des Schuljahres wird die komplette Schulordnung im Klassenrat besprochen bzw. wiederholt. Es ist möglich, dass die Kinder die Regeln der Schulordnung im szenischen Spiel darstellen und Fotos von der Darstellung um die Schulordnung gehängt werden. Auch eine malerische Gestaltung ist zusätzlich denkbar. Die Monatsmottos werden zudem von den Klassenlehrkräften jeweils im Montagmorgenkreis erläutert und eingeübt (siehe 2.1.1).

6.3      Eltern

Die Eltern werden an dem zweiten Elterninformationsabend kurz vor der Einschulung ihres Kindes über das Erziehungskonzept informiert. Zudem gibt es eine schriftliche Zusammenfassung des Konzepts, die bei Bedarf an die Eltern herausgegeben werden kann.

 



[1] Die didaktische Aufbereitung der einzelnen Monatsmottos ist in einem Ordner in jedem Klassenraum abgeheftet.